Nützliche Antike

Within the embryonic public .. the small but self-conscious and increasingly influential group of humanist scholars and publicists formed an exceedingly fertile nucleus. The new studies, reflecting not only the civic humanism of the Italian Quattrocento but also the utilitarian and reforming tendencies of northern humanism, made it possible for discussion of public issues to be carried on within a context of examples and values which, though derived from a fresh, more or less historical interpretation of classical antiquity, nevertheless proved much more suitable to the life of sixteenth-century Englishmen than the values and models inherited from medieval culture.

Innerhalb dieser sich embryohaft entwickelnden Öffentlichkeit bildete die selbstbewusste und immer einflussreichere Gruppe der humanistischen Gelehrten und Publizisten einen fruchtbaren Kern. Die neuen Studien, die nicht nur den bürgerlichen Humanismus des italienischen Quattrocentos sondern auch die utilitaristischen und reformerischen Tendenzen des Humanismus' des Nordens reflektierten, machten es möglich, öffentliche Angelegenheiten in einem Kontext von Beispielen und Werten zu diskutieren, der, obwohl von einer neuen mehr oder weniger historischen Interpretation der klassischen Antike abgeleitet, sich dennoch nützlicher für das Leben der Engländer des sechzehnten Jahrhunderts erwies als die von der mittelalterlichen Kultur überkommenen Werte und Modelle.

Arthur B.
Ferguson

The Articulate Citizen and the English Renaissance, Duke University Press, Durham NC/USA, 1965, S.135

Was ich an diesem Absatz spannend finde, ist der Rückgriff auf Errungenschaften einer früheren Kultur, deren Erben die "Englishmen" keineswegs waren und die nur indirekt über Italien nach Britannien gelangten. Eine wirklich spannende Fähigkeit, die Herausforderungen seiner Zeit mit Denkmustern, Ideen und Modellen einer ganz fernen Kultur - der zeitliche Abstand betrug damals schon fast 2000 Jahre - anzugehen.