100 Fehler entdecken oder einen ausbessern

Much easier is it to spy a hundred faults in a common weal than to amend one, even like as it is in man's body of corporal diseases, they which of every man may well be perceived, but of every man they cannot be cured.

Viel leichter ist es, 100 Fehler in einem Gemeinwesen aufzuspüren als einen einzigen zu korrigieren, genau so wie es ist bei den Krankheiten, die man bei jedem Menschen wohl entdeckt, die aber nicht bei jedem Menschen geheilt werden können.

Thomas
Starkey

Dialogue between Cardinal Pole and Thomas Lupset, S.135 (1536-38)

Ferguson, Arthur B., The Articulate Citizen and The English Renaissance, Durham/NC 1965, S.321

In seinem Dialog lässt Starkey Pole aussprechen, was wir alle wissen, aber in unserem politischen Reden und Tun viel zu wenig beachten: Wir dürfen uns nicht damit begnügen, Fehler und Mängel unseres Gemeinwesens zu erkennen und zu diskutieren, wir müssen mit den Mitteln, die uns heute zur Verfügung stehen, Lösungen nicht nur finden, sondern sie auch umsetzen. Unmittelbar anschließend an das Zitat sagt Pole genau das (lässt Starkey Pole genau das sagen).

Bei der Beobachtung aktueller öffentlicher Debatten möchte man das Zitat ergänzen: Es scheint auch größeren Lustgewinn zu bringen, Zustände zu kritisieren als sich an der Suche und Umsetzung von Lösungen zu beteiligen. Aus diesem Blickwinkel scheint Demokratie heute eher als Mistkübel unterschiedlichster Projektionen (miss)verstanden zu werden denn als Plattform unserer gemeinsamen Selbststeuerung.
Nachsatz: Was den medizinischen Teil des Zitats anlangt, wäre Starkey wohl überrascht, wie viele Krankheiten (und v.a. auch wie vieler Menschen Krankheiten) heute bereits geheilt werden können.